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MTB-Mitnahme auf dem Flug nach Kanada

Mountainbike Norco Range in Kanada

Wer einen MTB-Trip nach Kanada plant steht irgendwann auch vor der Frage, ob das eigene Bike mitkommen soll. Hier erfahrt ihr ein paar Gedanken zu Pro & Contra Bikemitnahme, was euch das Ganze voraussichtlich kosten wird und wo es günstige Mitnahmetarife gibt.

Pro und Contra zur Bikemitnahme nach Kanada

Wie alles im Leben haben auch so essentielle Fragen wie „eigenes Bike in Kanada fahren?“ zwei Seiten. Hier mal ein paar Punkte, die euch bei der Überlegung zur Mitnahme vielleicht helfen können.

Pro Mitnahme des eigenen Bikes

  • es ist euer eigenes Bike. Ihr kennt es, ihr beherrscht es.
  • ihr könnt ggf. an die Grenzen eures Bikes gehen und die Latte höher hängen als sonst. Oder anders: ihr erweitert euren Horizont und lernt euer Bike noch besser zu beherrschen
  • Bikes werden gefahren – und gehen dabei auch mal kaputt. Wenn dem so ist: es ist eure Verantwortung. Keiner redet euch rein, keiner ist sauer (ausser euch selbst natürlich).
  • Ihr spart Geld. Und zwar nicht wenig. Bikes leihen geht für ein paar Tage gut, für länger ist es in der Regel eine Garant für leere Urlaubskassen. Ob die Mitnahme aber letztlich günstiger ist, ist eine individuelle Rechnung und hängt u.a. von Airline und sonstigem Equipment ab.
  • Wenn ihr jenseits der Achse Vancouver-Squamish-Whistler unterwegs seid, wird’s mit dem Ausleihen ggf. schwierig(er). Nicht überall gibt es ein gutes Verleihangebot. Wer also gerade einen MTB-Roadtrip plant, sollte sich mit dem Gedanken der Mitnahme anfreunden.
  • Nicht zu vergessen: Sentimentale Gründe. Mountainbiken ist Herzenssache. Wer mit dem geliebten Bike im MTB-Mutterland Kanada war, wird das anschließend garantiert bei jeder sich bietenden Gelegenheit beim Feierabend-Bier nach der Tour anbringen.

Contra Mitnahme eigenes MTB

  • ihr könnt neue Bike testen. Wer eh plant sich ein Neues zu kaufen und verschiedene Hersteller durchtesten will hat dazu an bestimmten Orten (Whistler etc.) gute Gelegenheit
  • ihr braucht auch ein Case für den Transport. Gibt’s auch zum Leihen, statt zu kaufen, aber das sind wieder Extra-Kosten.
  • Ihr wollt euer E-MTB mitehmen? Tja, das wird schwierig. Akkus im Laderaum, hohes Gesamtgewicht, ganz generell Sperrgut. Lufthansa schließt das als Sportgepäck/Fahrradtransport bislang aus (siehe unten).
  • Das Gegenteil vom Crash-Statement oben: Wenn ihr im Bikepark mit dem Downhiller crasht und dabei das Bike zerschrottet seid ihr dagegen ziemlich sicher durch die Ausleihe versichert. Wenn nicht ist entweder der Verleih nicht besonders seriös oder aber ihr habt bei der entscheidenen Gelegenheit die „it’s just 5$ more“ Frage mit „nein“ falsch geantwortet. Fragt zur Sicherheit einfach bei der Ausleihe nach der „Insurance“. (Und damit meine ich nicht euren Auslandskrankenschutz. Den habt ihr vermutlich eh. Habt ihr doch, oder?)
  • ihr könnt nachher beim Verkauf nicht mehr auf Ebay Kleinanzeigen/IBC Bikemarkt/… schreiben „kein Park, selten genutzt, keine Sprünge“… ;)

Sonstige Alternative: Vor Ort Kaufen

Ganz im Ernst: Wer es sich zutraut, sollte darüber nachdenken. Das ist nichts für jemanden, der gerade mit dem Biken angefangen hat und sich mit der Materie nicht auskennt. Aber wer auch hierzulande schonmal Gebraucht geschaut hat, sich mit Marken, aktueller wie älteter Technik auskennt und einen ganz guten Überblick über das aktuelle Geschehen und vergangene MTB-Generationen hat, für den ist der MTB-Kauf ni Kanada ggf. eine Alternative. Bike Shops sind mögliche Anlaufstellen, Hersteller verkaufen vor Ort ggf. auch gerade Modelle. Der Privatmarkt ist z.B. via Craigslist immer eine Option (allerdings mit dem Risiko, ein gestohlenes Rad zu kaufen. Also Vorsicht bei ganz besonders tollen Angeboten) Und wer richtig Glück hat, der kommt gerade richtig zu Geoff Gulevichs jährlichem Garage Sale. Schnäppchen und Shake Hands mit den Profis nicht ausgeschlossen.

Kosten für die MTB-Mitnahme nach Kanada

So, wer sich nach all den Fragen, Pros/Contras und möglicher Alternativen dazu entschieden hat sein Bike mit über den Teich zu nehmen, der fragt sich natürlich was das alles kostet. Auch hier gibt’s eine grobe Faustregel und ein paar Details:

Pi Mal Daumen wird euch der Transfer ca. 100-150€ pro Strecke kosten. Das ist aber nur eine grobe Hausnummer und exklusive aller anderen Kosten. Und die Preise können deutlich verieren. Darum hier noch ein paar Details und Tipps zur besseren Planung:

  • ihr braucht einen Koffer bzw. Bike Case. Da gibt’s einige, z.B. von Evoc*. Die Kosten für so ein Case liegen bei ca. 300€ aufwärts, je nach Ausstattung. Wer vor hat öfter mit dem Bike zu verreisen, für den lohnt sich der Kauf. Man kann die Koffer aber bspw. auch via Ebay Kleinanzeigen von Privat mieten oder natürlich auch dort Kaufen.
  • Den tatsächlichen Preis für die Mitnahme von Bikes weiß einzig und allein eure Fluggesellschaft. D.h. wenn ihr einen absoluten Schnäppchenflieger eingebucht habt, für die Bikemitnahme aber nochmal die Hälfte des Preises drauflegt, relativiert sich die Rechnung ziemlich schnell. Zu Fluggesellschaften und Bikemitnahme daher hier nochmal ein paar Hinweise:
    • Es gibt Schnäppchen. Z.B. wenn ihr mit Air Transat von Amsterdam aus fliegt. Von Amsterdam aus sind nicht nur die Flüge oft günstiger. Auch die Bikemitnahme soll man teilweise schon für 25€ bekommen (Quelle)
    • Bei Iceland Air sind Sportgeräte teilweise gratis. Ob das für euren aktuellen Flug den ihr plant zutrifft weiß die Fluggesellschaft.
    • Hier findet ihr die Standardpreise für die Fahrradmitnahme bei der Lufthansa. Und die haben es erstmal in sich: 250€ für die lange Interkontinentalstrecke Deutschland –> Kanada. Und 375$CAD für den Rückflug. Das ist eine Menge Geld und – Achtung! – gilt nicht für E-Bikes! Fragt bei der Buchung nach Sonderaktionen, Saisonpreisen und Kombiangeboten. Hier hilft sicher auch das Reisebüro eures Vertrauens.
    • Air Canada: Solange euer Fahrrad nicht schwerer als 32kg und in den Gepäck-Abmessungen (Länge + Breite + Höhe) 292cm nicht überschreitet, fliegt es bei Air Canada mit. Sonst ist es Air Canada Luftfracht (Cargo) und entsprechend teurer. Das Fahrrad wird dabei in die Freigepäckmenge eingerechnet. Solange ihr nicht drüber liegt ist alles gut. Solltet ihr drüber liegen, kommt Übergepäckgebühr und nochmals 50$CAD/USD + Steuern pro Strecke an zusätzlicher Bearbeitungsgebühr hinzu. Ausnahmen für bestimmte Tarife und Verpackungshinweise gelten. Alle Details findet ihr hier.

Ihr seht, das Thema Fahrradmitnahme nach Kanada ist nicht so ganz einfach wie es scheint. Überlegt euch gut, was für euch am besten passt und am wenigsten Aufwand oder Kosten bedeutet. Wir hoffen wir konnten euch mit dieser Übersicht bei eurer Entscheidung ein bisschen helfen.

Die Seite wird ständig erweitert. Wenn ihr Geheimtipps zur Fahrradmitnahme nach Kanada habt oder mit einer Fluggesellschaft gute wie schlechte Erfahrungen dabei gemacht habt, schickt uns eine Nachricht – hier oder via Facebook.

Bildnachweis: By Walleater [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons